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24. April 2014 - von Warin Jaeger

True Detective

Neue Krimiserie mit Oscar-Gewinner Matthew McConaughey

Fakten

  • Woody Harrelson und Matthew McConaughey spielen das Detektivduo in der HBO- Produktion “True Detective”. Die von Regisseur Cary Fukunaga inszenierte US-Serie spielt in Louisiana und behandelt einen Ritualmord, der nach Jahren erneut juristisch aufgerollt wird.
  • In den USA verzeichnete “True Detective” außerordentlich hohe Einschaltquoten und gilt als eine der erfolgreichsten TV-Produktionen des US-Fernsehens der letzten Jahre. Eine zweite Staffel mit anderen Darstellern soll bereits in Planung sein.
  • In Deutschland ist die Sendung im Original und auf Deutsch beim Bezahlsender “Sky” zu sehen.

Wenn man lediglich den Stil beachte, sei “True Detective” eindeutig eine großartige Serie. Allerdings gäbe es “better crime series, telling similar stories, in far more original ways”, urteilt Emily Nussbaum für “The New Yorker”. Auch wenn die Hauptdarsteller starke Leistungen darbieten, sei die Serie zu stark von nackten Frauenhintern geprägt.

McConaughey und Harrelson lieferten beide eine starke Performance ab, aber die Charaktere unterschieden sich zu wenig von anderen ungleichen Polizistenduos, die es in der Vergangenheit gegeben habe, meint Hank Stuever in “The Washington Post”. Die Serie greife abgedroschene Klischees von Killern mit Vorliebe für quasi-religiöse Folklore auf: “In its better moments, “True Detective” feels like a fever dream, but mostly it’s just groggy.”

Die Struktur von “True Detective” sei “nothing new”, schreibt Mike Hale in der “New York Times”. Die Hauptdarsteller zögen alle Aufmerksamkeit auf sich, auf den zweiten Blick entpuppe sich die Serie dann als ein Vehikel für langatmige Dialoge über Religion und Verantwortung. Sie bis zu Ende zu schauen könne eine “awfully long time” werden.

“True Detective” sei ein “Meisterwerk”, meint Christian Stöcker auf Spiegel Online. Darsteller McConaughey sei mit seiner Rolle des “Rust Cohle” ein Platz auf dem Schauspieler-Olymp sicher. Sprachlich, schauspielerisch und visuell sei die Serie ein “Monolith” und die Tatsache, dass sie bis an die Schmerzgrenze der Unterhaltung gehe, mache die Sendung einzigartig.

Hinsichtlich der Qualität setze “True Detective” “neue Maßstäbe”, lobt Fabian Lichter auf “taz.de”. Die guten Dialoge und eine stimmige Storyline machten die Serie in Verbindung mit der hochkarätigen Besetzung “zu einer der besten Crimeserien”.

“Nihilistisch, literarisch und unglaublich cool”, beschreibt Richard Kämmerlings die US-Serie für die “WELT”. Selten zuvor seien bürgerliche Werte in einem Serienformat derart drastisch dekonstruiert worden. Zwar könne “True Detective” manche Fans konventioneller Krimis frustrieren, die Serie habe jedoch Potential die neue “Droge aller Seriennerds” zu werden.

Auch wenn die Konstellation – zwei ungleiche Cops und ein Ritualmord – zunächst bekannt erscheine, sei diese Serie etwas Besonderes, findet Christopher Pramstaller von “ZEIT Online”. Es sei weniger die Geschichte selbst als das langsame Tempo ihrer Entwicklung, das die Serie so einzigartig mache. Dies funktioniere aufgrund der “grandiosen Schauspielleistung der beiden Hauptdarsteller”.

Die Story von “True Detective” sei solide, allerdings weder originell noch neu, meint “stern.de”. Dennoch spreche man über das Serienereignis des Jahres. Herausragende Schauspieler und die Art der Verfilmung machen die Produktion zu “unverdünntem Autoren-TV”. Es handele sich bei der Serie um “einen Edelstein, aber kein Bonbon, den jedermann lutschen mag”.

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