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27. April 2015 - von Christina Scholten

Schon wieder Bayern!

Ist Bayern wirklich so stark oder sind die anderen nur zu schwach?

Fakten

  • Der FC Bayern München ist schon nach dem 30. Spieltag der Fußball-Bundesliga Meister geworden
  • Damit holen sie sich zum 25. Mal den Meistertitel
  • Die Münchener haben am Samstag mit einem Sieg gegen den Hertha BSC ihren Vorsprung ausgebaut
  • Wolfsburg hat am Sonntag in Mönchengladbach verloren und kann nicht mehr aufholen

 

“2016 dürften sie übrigens ihren 26. Titel gewinnen”, prognostiziert Thomas Haid mit Blick auf den FC Bayern auf “stuttgarter-zeitung.de“. Möglicherweise drohe Gefahr durch den Verfolger Wolfsburg, der von VW mit Geld versorgt werde. Doch die Bayern hätten schon ihre Fühler nach dem besten Wolfsburger, Kevin de Bruyne, ausgestreckt. Das übliche Ergebnis dieser Politik sei, dass die Bayern besser würden, die anderen schlechter.

“Für die jüngste Dreierserie können die Münchner auch der nationalen Konkurrenz danken”, kommentiert Klaus Hoeltzenbein auf “sueddeutsche.de“. Insbesondere Dortmund habe indirekt seine Verdienste an dem 25. Meistertitel. Die aktuell so komfortabel erscheinende Situation der Münchner habe sich auch aus einer langjährigen Konkurrenz zu den von Klopp gepushten Dortmundern entwickelt. Der Titel von 2015 werde bestimmt keine herausragende Würdigung erfahren, denn dafür sei er zu ungefährdet und zu konkurrenzlos gewesen.

“Für den Erfolg sind vor allem ein kluger Trainer und begeisterte Spieler verantwortlich”, meint Oliver Fritsch für “Zeit Online”. Für manche habe der Meister schon vor der Saison festgestanden, weil die eben die Reichsten sind. Doch es sei nicht nur das Geld, das die Bayern stark mache. Trotzdem müsse man das Titelrennen jetzt nicht auf Jahre hinaus abschreiben. Auch Bayern hänge von Einzelspielern ab und einige der Leistungsträger müssten mit über dreißig Jahren bald ersetzt werden.

“In Sachen Konstanz sind die Münchner allen Konkurrenten aufgrund ihres Kaders derzeit überlegen,” erklärt Peter Penders für die “Frankfurter Allgemeine”. Natürlich könne man der Mannschaft vorwerfen, dass sie aufgrund ihrer wirtschaftlichen Stärke der Bundesliga die spannendsten Momente geraubt hätten. Doch für den Spielplan könnten sie nichts. Falls ihnen der altersbedingte Umbruch nicht gelinge, könne sich die Stimmung in der Bundesliga ändern. Allerdings müssten die Deutschen dann auf spannende Momente wie nun im Champions-League-Halbfinale verzichten.

“Es spricht tatsächlich einiges dafür, dass die erdrückende Dominanz des FC Bayern in der kommenden Saison endet”, prophezeit Peter Ahrens hier auf SPIEGEL ONLINE. Teams wie Wolfsburg und Leverkusen seien taktisch, personell und ökonomische eine echte Konkurrenz für die Bayern. Bisher habe diesen Clubs die sportliche Führung gefehlt, die nun vorhanden ist. Wenn sie ihre Linie hielten, dürften sie auch in Zukunft die Hauptherausforderer bleiben.


“Man verliert leicht aus den Augen, welch großartige Leistung die diesjährige Meisterschaft für die Bayern darstellt”,
kommentiert Jefferson Chase für die “Deutsche Welle”. Pep Guardiola habe sein Team trotz der Verletzungs-Pechsträhne exzellent durch die Saison geführt. Künftig seien Werksmannschaften wie der VfL Wolfsburg Konkurrenz für Bayern- der BVB würde in diesem Sommer zerfallen und sei wie Schalke im Umbruch. Traditionalisten müssten sich wohl entscheiden, welchem Club sie demnächst den Daumen drücken müssen, damit die Bundesliga spannend bleibe.


“Allein die Bayern entscheiden, wann die Phase der Über-Bayern enden wird”,
meint Markus Bark von der “sportschau.de” . Die Konkurrenz könne nur darauf hoffen, dass den Münchenern in der Zukunft Fehler unterlaufen werden – ob bei der Wahl des Nachfolgers Guardiolas oder beim Umbau der Mannschaft. Der FC Bayern habe in dieser Saison durch Klasse überzeugt, die Gegner seien hoffnungslos unterlegen gewesen. Doch durch die Dominanz nehme die Mannschaft der Bundesliga etwas Elementares: Die Ungewissheit, wie ein Spiel ausgeht.