Aktuell

7. May 2015 - von Pia Frey

War’s das für Bayern?

Hat der FC Bayern im Rückspiel noch Chancen?

Fakten

  •  In der Hinrunde des Champions-League Halbfinale hat Bayern am Mittwoch Abend 3:0 gegen den FC. Barcelona verloren
  •  Das Rückspiel findet nächsten Dienstag in München statt
  •  Bayern hatte in dieser Saison mit zahlreichen Verletzungen zu kämpfen, im gestrigen Spiel fehlen deshalb Robben und Ribéry

 

“Im Rückspiel braucht es nun ein kleines Wunder oder einen Wunderheiler für die vielen Verletzten”, urteilt Thomas Klein für die “Deutsche Welle”. Guardiola wolle zwar, aber er könne nicht. Denn ihm seien wegen der vielen Verletzungen die Hände gebunden. Ohne die Schlüsselspieler Robben und Ribery seien taktische Spielräume nur begrenzt vorhanden, es fehle Kreativität und Schnelligkeit. Nach einer intensiven Saison stoße der Rekordmeister jetzt an seine Grenzen.

“Bayern geht K.o.”, ist sich Rene Walther von “Sportbild” sicher. Im Viertelfinal-Rückspiel gegen den FC Porto hätten die Bayern zwar gezeigt, dass sie selbst gut austeilen können. Doch diesmal scheine der Gegner in einer anderen Gewichtsklasse zu kämpfen. Guardiola werde reichlich Riechsalz unter die dreifach gebrochene Bayern-Nase halten müssen, um seine Spieler wieder zu beleben. An das Finale sei nun kaum mehr zu denken. Die Münchner seien nicht nur angeknockt, sondern bereits ausgeknockt.

“Pep Guardiola steht nach dem 0:3 seiner Bayern gegen den FC Barcelona vor seiner ersten großen Krise als Trainer”, meint Thomas Schmitt vom “Handelsblatt”. Doch auch wenn Guardiola bleibe, mit diesem Team sei es schwer für ihn. Es müsse investiert werden, der Trainer brauche mindestens zwei Weltklassespieler für den Angriff. Auch wenn der Supertrainer anfällig wirke, und es für die Bayern diese Saison nur einen Titel geben werde: Er sei nicht gescheitert, vielmehr stehe die Saison der Münchener unter einem schlechten Stern.

“Den FC Bayern kann am kommenden Dienstag nur noch ein Wunder ins Finale nach Berlin bringen”, kommentiert Karl-Heinz Wild auf “kicker.de”. Der Sieg der Spanier sei verdient, der FC Barcelona sei momentan eine Nummer zu groß für die Bayern. Das Hauptproblem der Bayern sei, dass sie körperlich am Ende seien. Aber auch der Trainer müsse sich Fragen gefallen lassen: Warum wechselte Guardiola den widerstandfähigen Müller aus, als Lahm und Schweinsteiger am Ende ihrer Kräfte waren? Zumindest mit seiner Aussage, Messi sei nicht zu stoppen, habe er Recht behalten.

“Nach dieser Demütigung wird es mit großer Wahrscheinlichkeit auch mit dem Double nichts werden”, prognostiziert Sven Busch auf “Eurosport.com”. Auch der Bayern-Coach mache sich für das Rückspiel keine großen Illusionen mehr. Es bleibe wohl nur der Meisterschafttitel und die bittere Erkenntnis, an seinen hohen Ansprüchen gescheitert zu sein. Wie sich dieses Ergebnis auf Guardiolas Zukunft auswirken werde, sei eine Frage von vielen, die noch beantwortet werden müssen.

“Guardiola ist vom Heilsbringer zum Schmalspur-Trainer geschrumpft”, kommentiert Tim Schulze für den “Stern”. Für den Trainer werde es nun ungemütlich, die Kritik werde sich auf ihn richten. Denn er biete mit seinen oft unverständlichen Spieltaktiken eine große Angriffsfläche dafür. Es bleibe abzuwarten, ob es am Ende der Saison zu einer Trennung von Guardiola kommen werde. Bezüglich des Rückspiels glaube keiner mehr daran, dass Bayern es ins Finale schafft.