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1. July 2015 - von Pia Frey

Verdiente Niederlage?

Sind die DFB-Frauen zu Recht im Halbfinale der WM ausgeschieden?

Fakten

  • Die DFB-Frauen haben 0:2 gegen die amerikanische Mannschaft im WM-Halbfinale verloren
  • Zuvor hatten sie sich gegen die Französinnen im Viertelfinale und Achtelfinale gegen Schweden durchgesetzt
  • Die deutsche Nationalmannschaft der Frauen holte 2003 und 2007 den Weltmeistertitel

“Der Olympiasieger stellte im Vergleich mit dem Europameister nicht nur das effektivere, sondern auch das flexiblere Team”, meint Frank Hellmann hier auf SPIEGEL ONLINE. Vor allem Celia Sasic bleibe nach diesem Spiel als tragische Figur zurück, nachdem sie gegen Frankreich noch so nervenstark gezeigt hatte. Der vorangehende Sieg gegen die Französinnen sei ein glücklicher gewesen, die Schwedinnen hätte die deutsche Elf mühelos geschlagen. Doch diese Niederlage gegen die Amerikanerinnen sei verdient.

 

 

“Im Viertel- und Halbfinale erinnerte das deutsche Aufbauspiel an feinsten deutschen Rumpelfußball”, schreibt Tobias Jochheim auf “Zeit Online”. Doch das reiche nicht aus, technisch seien die anderen Mannschaften den deutschen Frauen überlegen – auch wenn das Spiel gegen Frankreich ein Stück Legende gewesen sei. Die Amerikanerinnen hätten die Deutschen einfach ausgespielt und hätten somit als die bessere Mannschaft gewonnen.

 

“Das Glück, es war einfach aufgebraucht”, meint Kathrin Steinbichler auf “süddeutsche.de”. Zwar hätten die deutschen Fußballerinnen zu Anfang Willen dafür bewiesen, dass sie ihren Ruf als Weltranglisten erste verteidigen wollten – doch im Verlauf des Spiels sei das Glück des Viertelfinales nicht noch einmal aufgetaucht. Šašić habe ausgerechnet beim Elfmeter gepatzt, die deutsche Elf habe sich zu stark von den Amerikanerinnen beeindrucken lassen.

 

 

“Die US-Girls wirkten einfach frischer, spielten mit mehr Power”, kommentieren Ursula Vielberg, Alexandra Würzbach UND Ralf Günther auf “bild.de”. Doch neben der spielerischen Stärke der Amerikanerinnen seien es auch die “Patzer” der Schiedsrichterin gewesen, die zur deutschen Niederlage geführt hätte. Ihre Entscheidungen, u.a. nach dem Foul von Krahn einen Elfmeter zu vergeben, sei eine Fogenschwere Entscheidung gewesen.

 

 

 

“An die Zeiten der ganz großen Erfolge mit zwei WM-Titelgewinnen 2003 und 2007 kommt die Nationalmannschaft derzeit nicht heran”, meint Harald Pistorius von der “Neuen Osnabrücker Zeitung”. Der Vorsprung, den Deutschland sich erarbeitet hätte, sei verloren gegangen. Im Vergleich zu den kämpferisch und spielerisch stärkeren Amerikanerinnen hätten die Deutschen eine schlechte Partie geliefert – die Niederlage sei somit gerecht.

“Abgesehen von Simone Laudehr bewegte sich keine Offensivspielerin auf dem herausragenden Niveau der besten Amerikanerinnen”, erklärt Daniel Meuren von der “Frankfurter Allgemeinen”. Den deutschen Spielerinnen mangele es an individueller Klasse, die die Amerikanerinnen besitzen würden. Gerade dieses Manko, dass Trainerin Neid selbst schon nach der EM analysiert hatte, sei der tiefgehende Grund für den Ausgang dieses Halbfinales, “das den gerechten Sieger fand”.