Aktuell

23. August 2015 - von Pia Frey

Die Zukunft der Musikstreamingdienste

Wird Spotify zur Datenkrake? Hat Apple Music die Chance Marktführer zu werden?

Fakten

  • Der Musik-Streamingdienst Spotify hat seine Datenschutzbestimmung geändert und dafür viel Kritik geerntet.
  • Mit der Neuerung kann der Dienst auf Kontakte, Fotos oder Mediendateien zugreifen, die auf dem Mobilgerät des Nutzers gespeichert sind.
  • Seit Juli bietet auch Apple mit Apple Music einen eigenen Dienst für Musik-Streaming an.

 “So wird ein sympathisches Unternehmen zur Datenkrake”, kommentiert Carsten Knop für die “Frankfurter Allgemeine”. Spotify könne jetzt auf Kontakte, Fotos oder Mediendateien zugreifen, die der Nutzer auf seinem Mobiltelefon gespeichert habe. Natürlich solle die Sammelei das Nutzungserlebnis verbessern. Nutzer dürften abre nicht vergessen, dass es ums Geschäft ginge. Werbepartner könnten ihre Kampagnen so besser zuschneiden.

“Daten gegen Musikdateien, so läuft das Geschäft”, analysiert Stefan Sauer in der “Mitteldeutschen Zeitung”. Auch wenn Spotify zunächst die Verbesserung der Dienstes im Sinn habe. Die teils intimen Informationen könnten leicht für andere Zwecke verwendet werden. Die Nutzer sollten sich im Klaren sein, dass sie mit ihrer Privatsphäre bezahlen.

“Die Zeiten des Umbruchs, der glorreichen Innovationen bei Apple sind vorbei”, meint Florian Meidenbauer in der “Welt”. Die Erwartung des Autors, dass Apple Music eine bessere Alternative zu Spotify biete, sei enttäuscht worden. Es fiele schwer den Überblick zu behalten. Da helfe es auch nicht viel, wenn das Entdecken von Musik besser als bei Konkurrenten sei. Es fühle sich an, als habe Apple ein halbgares Produkt auf den Markt gebracht.

“Apple Music wird den Markt komplett dominieren”, sagt Martin Grabmair in “Mac Life” hervor. Auch wenn der Dienst noch einie Kinderkrankheiten habe, scheine er der vielversprechendste und umfangreichste Musik-Streaming-Dienst zu sein. Wenn Spotify demnächst seine kostenlose Version zurückfahren würde, würde vor allem der neue Anbieter Apple Music profitieren.

 “An overreaction to a policy that needs work”, schreibt Tom Warren für “The Verge” über Spotifys neue Datenschutzrichtlinie. Spotify wolle beispielsweise nicht unsere Fotos auswerten, sondern es einfacher machen Profilbilder zu aktualisieren oder Playlisten mit Fotos zu verschönern. Der Zugriff auf Kontakte sei nicht zum Abgreifen der Daten gedacht, sondern um es einfacher zu machen sich mit Freunden zu vernetzen.

“Apple Music’s here, and it probably won’t change everything”, meint David Pierce für “Wired.com”. Es gäbe im neuen Dienst nichts, was man nicht schon einmal gesehen hätte. Das größte Potential habe die Funktion zum Musikentdecken. Zwar habe Apple Music keine Nachteile gegenüber Spotify, aber auch nichts besonders bemerkensewertes darüber hinaus.