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8. August 2015 - von Pia Frey

Spiele-Kultur?!

Sind Videospiele ein Kulturgut oder einfach nur Gedaddel?

Fakten

  • Seit Donnerstag strömen zehntausende Besucher zur Spielemesse Gamescom nach Köln
  • Die Messe ist weltweit die größte in der digitalen und interaktiven Unterhaltungsbranche
  • Videospiele stehen u.a. wegen ihres hohen Suchtpotentials immer wieder in der Kritik

 

“Computerspiele haben den kulturellen Diskurs erreicht”, meint Frank Olbert vom “Kölner Stadt-Anzeiger”. Denn sie könnten durchaus, wie im letzten Jahr in der Diskussion zum Frauenbild in Games, „konstruktive Debatten“ anstoßen. Videospiele würden massenhaft gespielt und gesellschaftlich stärker akzeptiert werden – und damit einhergehend verschwänden auch nach und nach die Skeptiker, die sie als gefährlich und süchtig-machend einstufen würden.

 

“Videospiele sind zum Hoffnungsträger der Unterhaltungsbranche geworden”,  erklärt Daniel Gräf von den “Stuttgarter Nachrichten”. Inzwischen seien sie bei Männern wie bei Frauen beliebt, in der jüngeren Generation seien sie so wichtig wie Serien oder Musik. Videospiele seien in der Mitte der Gesellschaft angekommen.

 

“Nicht nur Filme und Musik sind Kulturgut, sondern auch Videospiele”, kommentiert Franz Nestler für die “Frankfurter Allgemeine”. Sie würden generationen- und geschlechter-übergreifend gleich gerne gespielt, unabhängig vom sozialen Status. Die Gamer müssten endlich ernster genommen werden – und Politiker sollten sich seriöser mit dem Thema auseinander setzen, anstatt nur “Killerspiele” verbieten zu wollen.

“Das hohe Suchtpotential wird von der Computerspiel-Branche verschwiegen”, schreibt Tobias Schaumann von der “Augsburger Allgemeinen”. Videospiele seien gesellschaftlich etabliert. Doch vielen Menschen falle es schwer, sich ihnen zu entziehen. Gerade bei Spielen mit verschwimmender Grenze zwischen Fiktion und Realität. Diese Gefahr müsse anerkannt werden.

 

“Spielen ja, aber nicht als Dauerzustand”, findet Jörg Brunsmann auf “ndr.de”. Zwar sei die Leidenschaft zu den Spielen zu verstehen, doch es sei bedenkenswert, wenn Jugendliche wie Erwachsene sich besser in ihrer Parallelwelt zurecht finden würden als in der realen. Die Branche boome, doch solle man sich davon nicht blenden lassen sondern lieber öfter mal abschalten.

 

 

 

http://www.finanznachrichten.de/nachrichten-2015-07/34434194-waz-raus-aus-der-schmuddelecke-kommentar-von-sven-frohwein-zur-gamescom-007.htm